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LdO- Aktuell

2/2021

 

 

 

 

Ostern

          
Die Wiesen und die Hänge grünen

schon schüchtern, und im kahlen Wald

die prallen Knospen springen bald.

Die Äcker lächeln sonnbeschienen,

tagfrohe Lerche steigt empor,

umjubelt all die Herrlichkeit.

Saatgrüne Fluren leuchten weit,

aut jauchzt und hallt der Frühlingschor.

Bedrückte Herzen atmen freier

Die Wintersorgen, Not und Pein,

sind fortgewälzt wie Grabesstein:

Gott kündet Auferstehungsfeier!

Erheb`dich , Mensch, dein Weh begrabe:

Der Liebe Glocken klingen froh -

stimm deine Seele ebenso.

Bring Frieden, holde Ostergabe! 

 

 


 

 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

 

mit den Worten des oberschlesischen Dichters Alfons Hayduk möchte ich Ihnen in dieser schweren Zeit ein wenig Hoffnung geben. Genau vor einem Jahr habe ich alle Veranstaltungen absagen müssen und die Erwartung geäußert, dass wir nach den Sommerferien wie gewohnt mit unseren Treffen weitermachen könnten. Das hat sich leider nicht bewahrheitet und wird voraussichtlich auch in den nächsten Monaten nicht möglich sein. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als die Durststrecke weiter zu ertragen. Sobald eine verantwortbare Möglichkeit besteht, zur Normalität zurückzukehren, werde ich Sie umgehend benachrichtigen.

Trotzdem wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Osterfest und eine wunderschöne Frühlingszeit.

  

Bleiben Sie gesund und denken Sie positiv

Alles, alles Gute

Vorsitzende 

  

 

 

 

 


Ostern in der Heimat    (Johanna Cimander)

Bei uns in Oberschlesien begleiteten viele Bräuche die Zeit vor Ostern und die Osterzeit selbst. Das hohe Fest wurde von der tiefen Religiosität der oberschlesischen Menschen geprägt. Mit dem Palmsonntag begann die Karwoche. Da wurden in den Kirche Zweige von Weidenkätzchen geweiht, die man dann zu Hause ans Fenster stellte. Der Bauer steckte sie in den Acker, um alles Unheil von seinem Hof abzuwenden.

Der Gründonnerstag war der erste der stillen Tage, nachdem die Kirchenglocken verstummt waren. Man sagte, sie seien nach Rom geflogen, um dort gestimmt und geweiht zu werden, damit sie nach ihrer Rückkehr das Osterfest um so feierlicher einläuten könnten. Mit Holzklappern zogen alle Ministranten und Schuljungen morgens, mittags und abends durch den Ort, um das Läuten der Glocken zu ersetzen. In manchen Gegenden musste an diesem Tag die ”grüne Suppe” gegessen werden, die aus sieben verschiedenen Kräutern bestand. Sie sollte alle Kräfte der neu erwachenden Natur enthalten und weitergeben.

Am Karfreitag gingen die Frauen und Mädchen schon vor Sonnenaufgang zu den Flüssen und Bächen, um sich im Karfreitagswasser zu waschen, das der Überlieferung nach besondere Schönheit verlieh. Diese Handlung musste allerdings schweigend vollzogen werden, damit das Wasser seine Kraft nicht verlor. Mittags gab es überall Fischgerichte, und nachmittags gingen alle zur Karfreitagsliturgie.

Am Karsamstag wurden dann in ländlichen Gegenden das Osterreiten oder die Feldprozessionen durchgeführt. Bei beiden Bräuchen beteten die Gläubigen um Segen für Acker und Samen. Am Abend kam dann die Jugend zu ihrem Recht. Überall loderten Osterfeuer auf. Es war ein wunderbarer Anblick.

Am Ostersonntag standen wir früh auf, denn jeder wollte bei der Auferstehungsfeier dabei sein, die damals schon um fünf Uhr begann. In der Kirche standen wir alle dicht gedrängt und sangen kräftig das Alleluja. Für das Frühstück nach dem Gottesdienst war natürlich reichlich vorgesorgt, denn Streusel-, Mohn- und Käsekuchen, sowie auch der Osterschinken durften nicht fehlen. Anschließend gingen die Kinder in den Garten, um Ostereier zu suchen. Jede Menge Eier wurden vor Ostern in den Familien gefärbt und oft kunstvoll verziert, denn am Ostermontag wurden sie reichlich gebraucht.

Mit dem „Osterspritzen“ begannen die Männer und Jungen am zweiten Feiertag schon in aller Frühe. Alles, was weiblich war, wurde mit Wasser oder Parfum begossen. Die Frauen wussten ja, was auf sie zukam. Bereits, wenn wir zur Kirche gingen, wurden wir von rechts und von links nass gespritzt. Also, trocken kam keine Frau aus der Kirche nach Hause. Dafür bekam jeder Mann ein Ei geschenkt.

Einer Legende nach ist das Osterspritzen darauf zurückzuführen, dass sich nach der Auferstehung Christi viele Frauen versammelt hatten, um das große Wunder zu besprechen. Die Hohenpriester wollten verhindern, dass die Kunde von diesem Ereignis verbreitet wurde und versuchten, die Versammlung durch Wassergüsse aufzulösen.

 

 

Interview mit dem Osterhasen

 

Der Osterhase hatte in den vergangenen Wochen ganz schön viel zu tun. Trotzdem hatte er Zeit für ein kurzes Interview mit uns:

 

Herr Osterhase, Sie hoppeln so komisch. Haben Sie etwa Schmerzen?

Osterhase: Oh, ja, ich habe Rückenschmerzen. Immerhin bin ich seit 1682 im Dienst, also seit 332 Jahren.

 

Dann sind Sie ja schon länger dabei als der Weihnachtsmann. Wie ist denn ihr Verhältnis zueinander?

Osterhase: Wir laufen uns zwar kaum über den Weg, kommen aber gut miteinander aus. Natürlich vergleicht man sich hier und da – aber das ist in Ordnung. Außerdem lieben wir beide Schokolade.

 

An Ostern gibt es nicht nur Schokolade, sondern auch Eier. Warum eigentlich?

Osterhase: An Ostern feiern wir die Auferstehung von Jesus Christus. Auch das Ei kann als Anfang neuen Lebens und als Zeichen für die Auferstehung betrachtet werden. Aber es gibt da verschiedene Vermutungen. Eine lautet, dass die Bauern vor sehr langer Zeit am Gründonnerstag dem Besitzer ihres Hofes Eier und Hasen gezählt haben, damit sie seine Felder bewirtschaften durften.

 

Sie als Osterhase können gar keine Eier legen.

Osterhase: Stimmt. Tausende Hühner sind so freundlich, mich zu beliefern.

 

Warum werden die Eier gekocht und bemalt?

Osterhase: Das hat etwas mit der Fastenzeit zu tun. Nach christlichem Glauben durfte man früher von Aschermittwoch bis Ostern kein Fleisch und keine Eier essen. Aber die Hühner legten auch in der Fastenzeit Eier. Also musste man sie kochen, sonst wurden sie schlecht und man musste sie wegwerfen. Bemalt werden sie, damit sie nicht alle gleich aussehen.

 

Tragen Sie all die Eier alleine aus?

Osterhase: Ja, das ist Ehrensache. Obwohl ich mir manchmal Helfer wünsche. So wie früher: In der Schweiz war es ein Kuckuck, in Schleswig-Holstein, Sachsen, Oberbayern und Österreich ein Hahn, in Thüringen ein Storch und in manchen Teilen Westfalens ein Fuchs.

 

Sind Sie eigentlich verheiratet?

Osterhase: Seit vielen Jahren. Meine Frau unterstützt mich sehr bei meiner Arbeit und achtet genau auf meine Gesundheit.

 

Kocht Sie Ihnen auch Ihr Leibgericht?

Osterhase: Wir kochen fast immer zusammen. Unser Leibgericht ist Möhrensuppe. Die schmeckt einfach köstlich.

 

Was haben Sie heute noch vor?

Osterhase: Ich werde weiterarbeiten. Denn bei der Masse an Ostereiern muss ich mich beeilen, damit jedes Kind eines bekommt – gut versteckt natürlich!

 

Besagter Lenz ist da

(Erich Kästner)

 

Es ist schön so. Der Frühling kommt in Gang. 

Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen.

Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen.

 

Und alles andere ist nicht von Belan                  

Nun brauchen alle Hunde eine Braut.

Und Pony Hütchen sagte mir, sie fände:           

die Sonne habe kleine, warme Hände

 

und krabble ihr mit diesen auf der Haut.

Die Hausmannsleute stehen stolz vorm Haus.

Man sitzt schon wieder auf Cafeterrassen

und friert nicht mehr und kann sich sehen lassen.

Wer kleine Kinder hat, der fährt sie aus.

 

Sehr viele Fräuleins haben schwache Knie.

Und in den Adern rollts wie süße Sahne.

Am Himmel tanzen blanke Aeroplane.

Man ist vergnügt dabei. Und weiß nicht wie.

 

Man sollte wieder mal spazierengehn.

Das Blau und Grün und Rot war ganz verblichen.

Der Lenz ist da! Die Welt wird frisch gestrichen!

Die Menschen lächeln, bis sie sich verstehn.

 

Die Seelen laufen Stelzen durch die Stadt.

Auf dem Balkon stehen Männer ohne Westen

und säen Kresse in die Blumenkästen.

Wohl dem, der solche Blumenkästen hat!

 

Die Gärten sind nur noch zum Scheine kahl.

Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache.

Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache,

doch es ist immer wie zum ersten Mal

Der Schmetterling

(Heinz Erhard)

 

Es war einmal ein kleines Ding,

ein so genannter Schmetterling.

 

Der flog wie alle Falter

recht sorglos für sein Alter.   

 

Er nippte hier – er nippte dort,

und war er satt, so flog er fort.

 

Flog zu den Hyazinthen

und schaute nicht nach hinten.

 

So kam´s, dass dieser Schmetterling

verwundert war, als man ihn fing.

 

 

 

 

Frühling ist, wenn die Seele

wieder bunt denkt.

 

 

 

 


 

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag:

13.04.     Johanna Mierzwa         80

04.07.      Heidi Gremlitza     80

30.04.     Gertrud Krowartz          90

14.07.     Erich Malik           85

18.06.      Peter Zlotos                55